Alles nett im Net?

Umgang mit dem Internet – Workshops für die Unterstufe und Informationsabend für die Eltern in der St. Stephanus-Realschule plus Nachtsheim

WhatsApp und Facebook speichern Chatverläufe und eignen sich das Telefonbuch des eingeloggten Smartphones an. Macht nichts – wir haben ja nichts zu verbergen!

Dass man aber allein durch das Herunterladen dieser  und anderer Apps den Betreibern der sozialen Netzwerke und den oftmals schwer identifizierbaren Anbietern von Zusatzprogrammen unwiderruflich erlaubt, der privaten und nicht zur Veröffentlichung gedachten Galerie Fotos zu entnehmen, zu verbreiten und sogar zu verkaufen, war etlichen Eltern, die zu dieser Informationsveranstaltung gekommen waren, offenbar neu.

Sabine Radermacher, Mitarbeiterin der Regionalen Fachstelle für Glücksspielsucht beim Caritasverband Koblenz, wusste am 16. Mai 2019 ihr Publikum zu erstaunen, aber auch zur Reflexion des eigenen Internetgebrauchs zu bewegen. Zuvor hatte sie die Inhalte kindgerecht aufbereitet bereits den Jahrgangsstufen 5 und 6 in Klassenworkshops vermittelt.

Sie stellte anschaulich die möglichen Folgen einer zu leichtfertigen Nutzung des Internets, insbesondere auf dem Smartphone, dar und gab wichtige Tipps, wie man sich vor Viren, Datenklau, Hackern, unangemessenen Kontaktversuchen, unbemerktem Einschalten der Kamera und hohen Rechnungen durch kostenpflichtige Spiele und illegale Downloads schützen kann.

Fast alle Fünft- und Sechstklässler bringen mittlerweile ein Smartphone mit in die Schule. Dass diese Kinder auch in den sozialen Netzwerken schon aktiv sind, ist in der EU schlicht verboten. Dort gilt die Freigabe der Apps ab 16. Trotzdem gestatten viele Eltern ihren Kindern die Teilnahme, weil sie so auf günstigem Weg Kontakt halten können. Dass über WhatsApp und Facebook auch massives Cybermobbing betrieben werden kann, wird bei der (illegalen) Anmeldung oft gar nicht bedacht.

Und so wies Sabine Radermacher auch eindringlich darauf hin, dass die Familie die wichtigste Instanz für die Ausbildung der kindlichen Medienkompetenz ist und dass Eltern und ältere Geschwister eine Vorbildfunktion haben.

Die Schule unterstützt diese Erziehung zum verantwortungsvollen Gebrauch des Internets mit vielerlei Unterrichtsangeboten, kann die vorbildhafte häusliche Erziehung jedoch nicht ersetzen. Daher gab Sabine Radermacher den Eltern mit auf den Weg, den Umgang ihrer Kinder mit dem Internet so lange wie möglich zu überwachen und mit dem Nachwuchs über dessen Internet-Nutzung im intensiven Gespräch zu bleiben.

 

 

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